Gegenwind im Reichswald

Häufig gestellte Fragen

 

Vertreter der Landesregierung sagen, sie wollten nur geschädigte Waldflächen für den Windkraftausbau nutzen. Unter den Windkraftanlagen sollen dann Laubbäume wachsen. Und bis die Anlagen in 20-30 Jahren abgebaut werden, hätte sich dort gesunder Mischwald entwickelt. Was spricht dagegen? 

Dagegen spricht unter anderem die Praxis. Dass die Rechnung nicht aufgeht, können Sie sich inzwischen an zahlreichen Windkraftprojekten an Waldstandorten anschauen. Das untenstehende Bild zeigt eine von sieben 2017 auf dem saarländischen Höcherberg bei Bexbach errichteten Vestas V-126. Laut eines Hinweisschildes am Wanderweg ist hier bereits eine Aufforstung erfolgt. Das Foto stammt von Anfang 2021. Trotzdem ist noch immer eine große Fläche unter der Windkraftanlage frei. Am Rande der Kahlschläge wurden ein paar Reihen dünner Setzlinge in den Schotterboden gedrückt. Ob aus diesen irgendwann einmal Bäume werden, ist mehr als fraglich. Denn der Waldboden wurde vor dem Bau der Anlagen durch verdichteten Schotterboden ersetzt. Außerdem fehlt das schützende Dach der Altbäume. So wird ein Großteil der Setzlinge wohl auf Dauer vertrocknen. 
 

 

Windkraftanlagen leisten einen Beitrag zum Klimaschutz. Brauchen wir sie nicht für den Reichswald, weil Klimaschutz auch Waldschutz ist? 

Waldschutz ist Klimaschutz. Der Umkehrschluss stimmt nicht, wenn der Windkraftausbau die tragende Säule unseres Klimaschutzes sein und im Wald erfolgen soll. Für die Bürgerinitiative haben Arten- und Naturschutz oberste Priorität. Neben der Klimakrise herrscht vor allem eine Biodiversitätskrise. Durch die weiterhin massiv voranschreitende Versiegelung und Industrialisierung der Landschaft geht der Tier- und Pflanzenwelt Tag für Tag wertvoller Lebensraum unwiederbringlich verloren. Wir sollten unsere Wälder als Ökosysteme schützen, indem wir ihre Nutzung zurückfahren statt sie noch stärker auszubeuten. So könnten sie auch ihre wichtige Klimafunktion erfüllen. Den Wald als Standort für den Windkraftausbau in Anspruch zu nehmen, ist kontraproduktiv. Sowohl, was den Waldschutz angeht als auch den Klimaschutz. 

 

Die Stadt Kleve wird demnächst einen Teilflächennutzungsplan Windenergie aufstellen. Bis es soweit ist, können doch gar keine Anträge für Windkraftanlagen am Reichswald gestellt werden? 

Doch. Durch die Ausweisung von Konzentrationszonen können Kommunen zumindest theoretisch den Windkraftausbau steuern. (Theoretisch deshalb, weil die Fläche dafür groß genug sein muss. Was „groß genug“ bedeutet, ist allerdings Auslegungssache.) Weil die Stadt Kleve aktuell über keine Konzentrationszone verfügt, können überall im Stadtgebiet Anträge gestellt werden. Also auch entlang des Reichswalds. 

 

Was spricht gegen den Bau von Windkraftanlagen in Kleve-Reichswalde und Goch-Nierswalde am Waldrand? Für den Bau der Anlagen braucht doch gar kein Wald gerodet zu werden.

Die Flächen an der Engelsstraße (Kleve) und hinter der Kesseler Straße (Goch) sind fast genauso konfliktträchtig wie Standorte im Wald. So kommen auf beiden Flächen kollisionsgefährdete Greifvogel- und Fledermausarten vor. Sie begeben sich am Waldrand auf Nahrungssuche. Außerdem liegen beide Flächen in einer Wasserschutzzone. Und über 200 Meter hohe Anlagen würden die Kulturlandschaft auch am Waldrand massiv zerschneiden. Hinzu kommt, dass sie eine planerische Vorbelastung für den Reichswald darstellen würden. Sowohl was das Landschaftsbild angeht als auch beispielsweise Schallimmissionen. Sollten Windkraftanlagen am Waldrand gebaut werden, macht das auf mittlere Sicht die Genehmigung von Anlagen im Wald wahrscheinlicher. In den Antragsunterlagen für den „Windpark Kranenburg“ wurde von den Planern beispielsweise die Bundesstraße B504 als eine solche zu berücksichtigende Vorbelastung angeführt. Für den Erhalt des Reichswald ist es deshalb von zentraler Wichtigkeit, dass weder im Wald noch an seinem Rand auch nur eine einzige Windkraftanlage gebaut wird. 

 

 

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